Unser Thema
Gemeinde mittendrin
LKG - Landeskirchliche Gemeinschaft Grevenbroich
Christi Himmelfahrt    ...Jesu Weg zu Gott! In   der   Bibel   wird   Jesu   Himmelfahrt   in   einer   beeindruckenden   Szene   geschildert;   Jesus   war   nach   seiner   Auferstehung   40   Tage lang   mit   seinen   Jüngern   zusammen,   dann   „wurde   er   vor   ihren   Augen   emporgehoben,   und   eine   Wolke   nahm   ihn   auf,   vor   ihren Augen“ (Apg 1,11) Diese   Himmelfahrt   erklärt,   wo   Jesus   jetzt   ist:   Bei   Gott,   seinem   Vater!   Das   Fest   Christi   Himmelfahrt   wird   40   Tage   nach   Ostern gefeiert. Der gesetzliche Feiertag wird von vielen auch als „Vatertag“ begangen. Das   Kirchenjahr   vollzieht   in   Festen   das   Leben   Jesu   nach   und   will   es   erfahrbar   machen:   Weihnachten   als   Fest   der   Geburt   Jesu, Karfreitag   gedenken   wir   Jesu   Tod   und   Ostern   feiern   wir   seine   Auferstehung.   Ist   die   Himmelfahrt   nur   ein   Nachtrag   bezüglich seiner Auferstehung? Drei   von   vier   Evangelien   schliessen   mit   Ostern   ihren   Bericht   vom   Leben   und   Wirken   Jesu   ab,   wobei   die   Auferstehung   das Schlusskapitel   der   Evangelien   und   der   Schlüssel   zur   Deutung   der   Lebensgeschichte   Jesu   ist.   Nur   der   Evangelist   Lukas   berichtet darüber hinaus von der Himmelfahrt Jesu: „Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.“ (Lk 24,51).
Zwar    wird    die    Himmelfahrt    auch    im    Markusevangelium    erwähnt,    allerdings    erst    im    später hinzugefügten   Schlusskapitel   Mk   16,9-20,   das   wohl   (auch)   von   Lukas   abhängig   ist.   Als      bevorzugtes Motiv   in   der   bildenden   Kunst   wurde   der   Satz   aus   der   Apostelgeschichte   nach   Lukas:   „Eine   Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken“ (Apg 1,9) herangezogen. Im   neuen   Testament   sagt   die   Ostergeschichte   aus,   dass   Jesus   nicht   im   Tode   geblieben   ist,   sondern lebt.   Es   wird   betont,   dass   der   Gekreuzigte   derselbe   ist   wie   der   Auferstandene.   Merkmale   für   diese Identität   sind   die   Wundmale   der   Kreuzigung   auch   am   Leib   nach   der   Auferstehung.   Auch   wenn dieser   Körper   nach   der   Auferstehung   ein   anderer   ist,   so   ist   Jesus   doch   derselbe.   Jesus   begegnet nach   seiner   Auferstehung   verschiedenen   Menschen   –   bis   zu   seiner   Himmelfahrt.   Sie   ist   das   Ende dieser Begegnungen. Die   Himmelfahrt   ist   Sinnbild   dafür,   dass   Jesus   nicht   mehr   unter   uns   Menschen   auf   der   Erde   weilt. Der   Himmel   ist   demnach   nicht   als   geografischer   Ort,   sondern   als   der   Herrschaftsbereich   Gottes   zu verstehen.
Wenn   es   im   Glaubensbekenntnis   heißt   „...aufgefahren   in   den   Himmel“,   bedeutet   dies   nach   christlichem   Verständnis,   dass   der auferstandene   Christus   „bei   Gott   ist“.   Im   Markus-Evangelium   heißt   es   in   bildhafter   Sprache,   „er   setzte   sich   zur   Rechten   Gottes“ (Mk 16,19). Himmelfahrt   ist   die   Erklärung   dafür,   dass   Jesus   zwar   lebt   und   regiert,   aber   nicht   mehr   in   körperlicher   Gestalt   bei   seinen Jüngern ist. Matthäus   und   Markus   beanspruchen   diese   Deutung   nicht,   sondern   beschließen   ihr   Evangelium   mit   Sendungs-   worten   –   sie stellen ein Vermächtnis und Auftrag dar, Jesu Botschaft in die Welt zu tragen. Von   da   an   ist   Jesus   weiterhin   bei   seinen   Jüngern,   allerdings   mit   seinem   Geist,   für   den   es   im   Neuen   Testament   verschiedene Namen gibt: Tröster oder Beistand – oder „Heiliger Geist“, wie es im Glaubensbekenntnis heißt. Mit   diesem   Geist,   mit   Jesu   Geist,   mit   dem   Heiligen   Geist,   –   so   glauben   es   Christen   –   ist   Jesus   auch   heute   noch   unter   ihnen.   Im Geist,   nicht   leibhaftig,   bleibt   Jesus   heute   gegenwärtig.   Dieser   Geist   ermöglicht   es   Christen,   Gott   Vater   zu   nennen,   weil   Gott auch der Vater Jesu Christi ist. Bildhaft   kommt   dieser   Geist   beim   Pfingstfest   zu   den   Christen,   durch   den   Geist   ist   Gott   jetzt   bei   ihnen   –   bis   zum   heutigen   Tage, so   das   biblische   Zeugnis.   Christi   Himmelfahrt   ist   ein   Bild   dafür,   dass   er   nicht   mehr   auf   der   Erde   ist.   Das   ist   keine   zentrale Glaubensaussage.   Entscheidend   ist   dagegen,   dass   Jesus   bei   Gott   ist,   den   alle   Menschen   durch   ihn   auch   Vater   nennen   können. So verstanden ist Himmelfahrt Vatertag – auch und gerade für Christen.